Was, wenn jemand ChatGPT von seinen Mordplänen erzählt?

Dienstag, 22. September 2026
KI-Bots helfen bei Hausaufgaben, Einkaufslisten – und eben auch: bei der Planung von Amokläufen. Aber was heißt das für die Polizei? Einblicke in eine erstaunliche Grauzone.
Der Fall aus Florida ist alles andere als ein juristischer Sonderfall. Immer häufiger landen Chatbot-Protokolle als juristische Indizien vor Gericht. „Für die Strafverfolgungsbehörden und Anwälte sind Chatprotokolle eine Goldgrube voller belastender Beweise“, sagt Ilia Kolochenko, ein Schweizer Cybersicherheitsexperte, der in Washington als Anwalt arbeitet. Noch besser als SMS-Nachrichten oder Google-Suchanfragen könnten KI-Chats Aufschluss über die Motive von Verdächtigen geben.
Ob das die Tat verhindert hätte, bleibt fraglich. „Über eine Straftat nachzudenken, ist noch keine Straftat“, sagt der Cybersicherheitsexperte Kolochenko. Zwar nutzen Anwälte gerne Chatprotokolle, um die Gedankenwelt von Verdächtigen zu beleuchten, doch nicht jede gewaltvolle Fantasie führt zu einer Tat.
Cybersicherheitsexperte Ilia Koloshenko sieht das anders: „Ich denke, dass wir der KI zumindest in näherer Zukunft keine spezifischen Privilegien einräumen sollten“, sagt er. Zu groß sei die Gefahr, dass Kriminelle die Schweigepflicht ausnützten, um ihre Taten zu planen. „Die KI kann eine neue Ära gerechterer und ausgewogenerer Rechtsprechung einleiten“, sagt er, „dazu muss sie aber mit Vorsicht und Sorgfalt eingesetzt werden.“ Den vollständigen Artikel lesen
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